Glocken der Ruppertsgrüner Kirche

Unsere Gemeinde hatte seit 1921 drei Bronzeglocken aus der Glockengießerei Stoermer Erfurt. 

Während des 2. Weltkrieges mussten die beiden großen Glocken Ende 1941 durch den Erlass über die Abgabe von Bronzeglocken abgegeben werden.
Die kleine Glocke blieb der Gemeinde erhalten, für ein neues Geläut nach dem Krieg konnte sie jedoch nicht verwendet werden.
Nach dem Krieg bemühte man sich etwas über den Verbleib der Glocken zu erfahren. Doch von den ca. 1800 abgehängten sächsischen Glocken konnten nur 420 Glocken ihren Gemeinden zurückgegeben werden. Leider waren die Glocken von Ruppertsgrün nicht darunter.
Der Kirchenvorstand bemühte sich nun um ein neues Geläut aus Hartguss.
Am 19. April 1952 erteilte das Landeskirchenamt Dresden die Genehmigung mit der Auflage, dass die Finanzierung durch die Gemeinde zu erfolgen hat.

Die Ruppertsgrüner schafften es, die Finanzierung zu gewährleisten. Die Glockenweihe der Hartgussglocken fand am 14. September 1952 mit einem Festgottesdienst statt, die Glocken kamen diesmal von der Glockengießerei Schilling & Lattermann Apolda in Morgenröte.

Mitte des Jahres 1966 wurde eine elektrische Läuteanlage eingebaut, die 1988 durch eine elektronische Ansteuerung der Glockenmotoren erweitert wurde. Bis heute ist diese im Einsatz, doch nach 40 Jahren muss sie erneuert werden.

Geschichte
des Ortes Ruppertsgrün

1398

Erste urkundliche Erwähnung des Ortes
In enger Verbindung mit dem Ort sind die Herren von Schönfels zu nennen, die als Besitzer des Rittergutes wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Dorfes hatten.

1513

Erbauung der Kirche und der Kirchschule
Zuerst hielten Mönche von Frankenhausen den Gottesdienst.

1561

Erhebung zur Filialkirche durch Joachim von Schönfels
Versorgung durch die Pfarrherren von Beiersdorf

1634

Hans von Schönfels wird Besitzer der Rittergüter Ruppertsgrün und Beiersdorf

1828

Erneuerung des Altars und Bau der Orgel durch Hoforgelbaumeister Trampeli aus Adorf

1845

Der Ort hat sein dörfliches Bild durch die Entwicklung der Textilindustrie verändert
Das Bauerndorf wurde zur Industriegemeinde mit ca. 1350 Einwohnern.

1881

Neues Schulgebäude

1885

Einrichtung einer Posthilfsstelle, später als Postagentur

1887

Bau einer Vigogne- und Streichgarnspinnerei der Firma "Ferdinand Puchert"

1888

Stilgerechte Erneuerung der Kirche mit Bau der Vorhalle und Anlegen der Treppenhäuser
Neugotischer Altaraufsatz

1899

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Ruppertsgrün

1909

Bau des Gasthofs "Goldene Sonne"

1925

Selbständige Mutterkirche, vor allem auf Betreiben der Textilfabrikanten Puchert (Stifter der Heimstätte Sichem in Werdau)

1926

Bau des Pfarrhauses

1926

Erneuerung der Kirche durch die Architekten "Lossow & Kühne" (Leipziger Hauptbahnhof)
Stiftung der bunten Glasfenster durch Familie Puchert

1936

Bau der Friedhofskapelle durch "Lossow & Kühne"

1964

Letzte Ausmalung der Kirche auf Grund von Befunden aus der Entstehungszeit

1998

Zusammenschluss der Orte Fraureuth, Ruppertsgrün, Beiersdorf und Gospersgrün zur Gemeinde Fraureuth mit ca. 6000 Einwohnern

 

Geschichte

des Ortes und der Kirchgemeinde Beiersdorf

Wann die erste Besiedlung unserer Gegend erfolgte ist historisch noch nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich ist die Zeit nach 1150, unter Heinrich des Reichen, Vogt von Weida, welcher zwischen 1174-1196 regierte. Möglich wäre auch ein Rodungsbeginn der in die Herrschaftszeit des Sachsenkaisers Lothar 1120-1137 fallen würde, da dieser der alten Tradition des  Sachsenhauses, der Ostkolonisation, treu blieb – ganz im Sinne seines Vorbildes Kaiser Otto des Großen.  

Die ersten gesicherten Daten zur Existenz unseres Ortes finden wir auf einer Urkunde von 1225. Sie dokumentiert eine Auseinandersetzung um Patronatsrechte. Dabei traten als Zeugen der Pflege Schönfels verschiedene, zu ihrer Zeit wichtige und bedeutende Männer auf und bestätigten mit ihrer Unterschrift. Dabei Heinricus plebanus de Beiersdorph.      

Geschichtlich wissen wir, dass Neumark die erste kirchliche Parochie mit größerem Umfang gewesen ist. Zu ihr gehörte auch Beiersdorf. Als die Besiedlungswelle zwischen 1200-1400 ihren Höhepunkt erreichte und viele neue Dörfer entstanden, war eine Erweiterung der geistigen Betreuung notwendig. Beiersdorf löste sich als erster Ort von Neumark und gründete um 1400 bis 1450 eine eigene Parochie. Zu ihr gehörten die Ortschaften Fraureuth, Gottesgrün, Gospersgrün, Reuth und Thannhof. Später, nach der Reformation, kam noch Ruppertsgrün dazu. Aber auch hier die gleiche Entwicklung. Mit stetig wachsenden Bevölkerungszahlen gründeten die umliegenden Orte ihre eigenen Pfarrstellen und lösten sich vom Beiersdorf.                                    Heute gehören zur Schwesterngemeinde Beiersdorf/Ruppertsgün noch die Orte Gospersgrün und Reuth.       

Ein sehr wichtiges Ereignis war der 11. November 1635, der Kauf der Erb- und Obergerichte über Pfarre, Kirche und Schule durch Hans den Jüngeren von Schönfels von Heob von Milkau auf Alt- Schönfels. Ab dato stand die Gemeinde unter dem Patronat der Familie von Schönfels. Eine jahrhundertlange segensreiche- weil wohltätige- Zeit begann für unseren Ort. Wir und auch unsere Nachbargemeinde Ruppertsgrün haben der Familie von Schönfels viel zu verdanken, und stehen auch heute noch tief in ihrer Schuld. Aufgabe ist es  diese Andenken weiter zu bewahren. Als Folge der sogenannten „Nachkriegsordnung“ wurde die Familie von Schönfels enteignet und interniert. Anschließend blieb ihr nur der Weg der Umsiedlung. Nach dem Mauerfall 1989, seit alle Möglich- keiten wieder offen sind ist die Familie regelmäßig zu Besuch in ihrer alten Heimat. Höhepunkt war sicherlich im Jahr 2000 die 775- Jahrfeier, wo beide direkten Nachkommenlinien von Schönfels als Ehrengäste in unserem Ort begrüßt wurden sind, ist doch die Geschichte Beiersdorf’s eng mit derer von Schönfels verbunden. Es gab sehr viele emotionale Begegnungen, seitens der Gäste, mit Erinnerungen und Freunden aus der Jugendzeit.  Politisch rechtlich und moralisch wieder voll rehabilitiert gab es nie „Berührungsprobleme“ , und die von Schönfels haben heute beste Kontakte in ihre alte Heimat.    Die Familienoberhäupter werden nach wie vor in der Familiengruft auf dem Ruppertsgrüner Friedhof beigesetzt.       

Im ehemaligen Kirchschulbezirk Beiersdorf gab es eine ganze Reihe von Gebäudekomplexen, wobei das Pfarrgut mit seinen Wirtschaftsgebäuden am umfangreichsten war. Hier wurden 19 ha Land bewirtschaftet. Dabei auch zwei größere Waldbestände, ein Mischwald im Bereich der heutigen 7 Eichen und ein 2,5 ha großer Nadelholzbestand, in Höhe der Bahntrasse, der 1851 abgeholzt wurde.

Neben dem 1752/53 erbauten Pfarrhaus gehörte bis 1942 die Schule, sowie weitere Gebäude, wie dem Kirchnerhaus, zum Bestand.

Sicher das wichtigste - unser Kirchengebäude. Es war in den letzten Jahrhunderten verschiedenen Veränderungen unterworfen. Auf Grund einer Inschrift wissen wir, dass der Altarchor 1416 erbaut wurde. Wie das dazugehörende Kirchenschiff aussah ist unbekannt. Ebenfalls spekulativ ist ein Vorgängerbau, der aber existiert haben muss.

Gesichert sind Daten aus den Jahren 1669 und 1734. Dabei handelt es sich um Baumaßnahmen am Schiff und Erweiterungsbauten.

Trotz oder gerade wegen der ständigen baulichen Veränderungen verschlechterte sich in den folgenden Jahrhunderten der Gesamtzustand des Kirchengebäudes erheblich. Man musste handeln. 1874 wurde das Kirchenschiff abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der im September 1875 eingeweiht wurde.

Seither ist die Gemeinde von Generation zu Generation bemüht ihre Kirche würdig zu erhalten.

Ausdruck dafür sind stetige Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Die wichtigsten Daten dabei waren:

1927 – Elektrifizierung der Beleuchtung

1928 – erste Innen- und Außenerneuerung

1948 – Weihe drei neuer Glocken

1964 – vollautomatisches elektrisches Glockengeläut

1967/68 – Innensanierung

1992/93 – Turmsanierung

2001/02 – Dachsanierung Altarchor und Hauptdach

2007 – Abschluss Fassadensanierung

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